Wednesday, April 27, 2005

Eppler

Nettes Interview in den gestrigen Tagesthemen. Eppler erklärt mir die Motivation von MÜnteferings losgetretene "Kapitalismusdebatte". Man könnte meinen, die sonst gemütlich grasende Herde der Nationalstaaten haben die Witterung einer kommenden Bladerunner/Shadowrun-Weltdordnung aufgenommen und geraten in, wenn noch nicht Panik, doch sicherlich eine hohe Erregtheit.

Eppler

Nettes Interview in den gestrigen Tagesthemen. Eppler erklärt mir die Motivation von Münteferings losgetretene "Kapitalismusdebatte". Man könnte meinen, die sonst gemütlich grasende Herde der Nationalstaaten habe die Witterung einer kommenden Bladerunner/Shadowrun-Weltdordnung aufgenommen und gerät daraufhin in, wenn noch nicht Panik, doch sicherlich eine hohe Erregtheit.

Sunday, April 24, 2005

Die sieben Atemzüge

Das Hagakure sagt, man solle keinesfalls dem Studium zu sehr frönen, denn zuviel Wissen führt zu chronischer Entscheidungsunfähigkeit. Wer zu viele Optionen hat, verliert sich darin zwischen ihnen abzuwägen. Das nimmt ihm die Fähigkeit, im entscheidenen Augenblick auch eine schnelle Entscheidung zu fällen.

Tja, was soll ich sagen. Da ziehen nun all die Jahre meines Lebens vorbei, in denen ich offenbar völlig aufs falsche Pferd gesetzt habe. Und so erschließt sich denn nun endlich auch das Geheimnis der amerikanischen Präsidentenwahl. Zumindest in diesem Sinne wissen die Amerikaner den Weg des Bushido mehr zu schätzen als die alten Europäer.

Saturday, April 16, 2005

BBQ season

Ich bin ja nun schon eine Weile hier, und habe dennoch kaum ein Foto jemals emals hier hin gestellt. Ich beginne mal mit einem BBQ Schappschuss von vor etwa zwei Wochen, welches da stattfand in Martas Garten, die natürlich als einzige nicht auf dem Bild ist. Die Deutschfranzösin Marie zur Linken, und zur rechten der weissen Michael und schliesslich Gabriel, allesamt machen in "industrial relations".



Tuesday, April 12, 2005

Alles hat seine Ordnung

Wieder zurück im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte nach prima gelaufenen 20er Spiel, auf dem mir Aleister Crowley offenbarte, daß er ja in Leaminton Spa geboren sei - also da wo ich etwa alle zwei Wochen mal einkaufen gehe etwa 20 Busminuten vom Campus entfernt.

Abgesehen davon fiel mir ebenfalls auf dem Spiel ein deutscher Mantra auf, für den ich bisher keine Entsprechung im Englischen gefunden habe. Und auf so etwas stürze ich mich immer gerne, um daraus grob verallgemeinernde Thesen abzuleiten. Wie also auch dieses Mal:

In der deutschen Seele finden wir die tiefe Überzeugung verankert, daß jedem Ding, insbesondere jeder Handlung, eine spezifische Ordnung zugeteilt werden kann. Darüber hinaus haben diese Ding a priori einen Anspruch auf "ihre" Ordnung. Und hier kann der Deutsche als ausführendes Organ dem Ding zu seinem Recht verhelfen und ihr zu ihrer Ordnung zu verhelfen - damit auch alles seine Ordnung hat.

Diese Grundfeste des deutschen Tuns, behaupte ich jetzt mal, begründet die viel beschworene Effizienz und hohe Funktionalität in Deutschland.

Machen wir nun den Schritt über den Kanal nach England. Nehmen wir an, es gäbe hier tatsächlich keinen solchen Mantra und schliessen daraus ausserdem einen (für deutsche Verhältnisse) eklatanten Mangel an Ordnungsliebe. Um so verwunderlicher demnach die Beobachtung, daß wir in England dennoch ein in sich funktionables Handlungsgefüge vorfinden, auch wenn (wie ich aus mehreren Gesprächen erfuhr) der Deutsche sich oft schwer dabei tut sich hier erfolgreich einzuklinken.

Meine beste Erklärung bisher ist, daß England eine "Improvisationsgesellschaft" ist, die sich der hohen Kunst eines permanenten Krisen- und Katastrophenmanagements verschrieben hat. Die Disfunktionalität ist der erwartete Grundzustand. Die wenigsten kämen hier auf die Idee sich über nicht eingahaltene Termine oder ausfallende Busse und Züge zu beschweren. Dem deutschen "Alles hat seine Ordnung" wird ein britisches "Irren ist menschlich" entgegen gehalten. Wie angedeutet wird diesem zunächst unerfreulichen Zustand mit eine hohen Flexibilität und der Fähigkeit zur schnellen und scheinbar selbstverständlichen Improvisation begegnet - und das in Situationen, wo ich längst in zorniges schmollen verfallen wäre, nicht ohne zuvor vergeblich nach einer Beschwerdestelle gesucht zu haben.