Monday, November 22, 2004

Hallo Wach Wochenende

Endlich mal eine richtige Pause vom Unialltag. Dank Schwesterbesuch aktives Programm. Touristentour nach Warwick Castle, südafrikanische performance mit Amajuba und den Frankfurter Weihnachtsmarkt auf Tour in Birmingham. Ich bin ja sonst nicht so der große Weihnachtsmarktgänger, aber fern der Heimat wird man wohl immer deutscher. Den Sonntag abend besiegelte dann der Schlagzeuger von den Tiger Lillies, indem er mit Gummihämmern und quiekenden Plastikschafen sein Instrument zertrümmerte.

Monday, November 15, 2004

Twister

Zumindest in Studentenkreisen erfreut sich dieses eigentümliche Spiel höchster Beliebtheit. Eine Handvoll Spieler müssen ihre Gliedmassen nach und nach auf verschiedenen Farbflecke auf einer Matte verteilen. Man hofft auf inspirierende Verknotungen, die unter lautem johlen fotographisch festgehalten werden.
Einem weiteren Evergreen des hiesigen Studentenlebens, der Toga-night, bin ich bisher aus dem Weg gegangen. "Bring your Toga and practice silly speeches." Für sowas braucht man starke Nerven.

Sunday, November 14, 2004

Now, unite us!

ruft der Economist Herrn Bush zu. Und recht hat er wohl, zumindest aus amerikanischer Sicht. Ich kann mich allerdings nicht dem Tenor anschliessen, der sagt: "Er hat uns die Suppe eingebrockt, er soll sie auch auslöffeln." - Denn dafür scheint mir zu viel auf dem Spiel zu stehen. Die Vereinten Nationen und die internationale Judikative beispielsweise sind bereits wackelig genug. Ein "preemtive stike"-"axis of evil"-"with us or with the terrorists"-Amerika rückt solche Visionen wieder in weitere Ferne. Wichtige Themen auf der UN Agenda, beispielsweise umweltpolitische oder humanitäre, werden weiter brach liegen, da der Fokus der Aufmerksamkeit auf den "war against terror" gelenkt wird. Als gäbe es sonst nichts zu tun. So gesehen bin ich vom Wahlausgang schon ein wenig frustriert. Immerhin gab es ein eindeutiges Ergebnis, das das Verlangen nach einem Ende des innerpolitischen Zerwürfnisses in den Staaten nun erfüllen sollte. Man mag hoffen, dass vor dem Hintergrund dieser vorläufigen Beruhigung in der amerikanischen Identitätskrise Mr. President mal die Bibel aus der Hand legt und dem gesunden Menschenverstand etwas mehr Raum gibt.

Monday, November 01, 2004

Die noble Lüge

Pünktlich zur Wahl, wir erwarten mit Spannung ein ordentliches Wahlchaos z.B. in Florida, bin ich über die ideellen Hintergründe der Neokonservativen gestolpert, die mir in dieser Weise noch nicht bewusst waren. Der IHT hat hierzu einen Artikel im Netz.

Offenbar war es Plato, der sich angesichts der Zustände in der polis fragte, wie diese Bürgergemeinschaft aufrechtzuerhalten sei. Wenn die gerne gebrauchten Staatstheorien vom Verbunde gleichberechtigter Inidviduen durch einen "Staatsvertrag" oder das Bild der Gemeinschaft als überspannender Organismus, in dem jedes Organ seinen Platz und seine Aufgabe hat schienen nicht mehr so recht greifen, muss etwas anderes her. Dies motiviert die Idee der "noblen Lüge": Eine kleine Elite, die es besser weiß, lenkt das Staatsgeschehen unter Täuschung des verbleibendes Teils der Bevölkerung. Täuschen und getäuscht werden wollen spielen zusammen zum Wohle der Polis (der Gesellschaft, des Staates) als Ganzem.

Ein großer Verfechter dieser Theorie, seines Zeichens "politischer Platoniker", ist nun Leo Strauss, der sich bei den Neokonservativen großer Beliebtheit erfreut und ihnen ideele Rückendeckung gibt. Wolfowitz z.b. war nach IHT Doktorand unter Strauss.