Wednesday, December 15, 2004

Englische Eigenheiten

Ich würde ungern als England „Basher“ gelten und es mag vielleicht alles seinen Sinn haben – nur sehe ich ihn bisher nicht. Die Engländer sind ja sehr stolz auf ihre Exzentrizität. Ich habe ja auch nichts gegen Links und dass sie keine Minute lang reden können ohne einen Witz zu reißen. Doch bei einigen Eigenheiten sehe ich doch Handlungsbedarf. Genau genommen sind es gerade zwei Dinge, die mir auf dem Herzen liegen.

All zu oft stellt sich beim Händewaschen die Frage: Frostbrand oder Verbrühung? Kaum ein schnelles Geschirrspülen ohne Schmerzensschreie. Was ist so begehrenswert daran, zwei temperaturkonstante Wasserhähne zu haben?! In der Verzweiflung arbeitet man an der Perfektionierung des blitzschnellen Schwenkens zwischen den beiden Temperaturextremen. Glücklicherweise wurde zumindest in der Dusche der Bedarf eines Wasserstrahls mit Temperaturen zwischen 10 und 70 Grad erkannt. Ich hoffe in naher Zukunft endlich auch eine dieser genialen drei löchrigen Plastikflaschenkonstruktionen Marke Eigenbau zu ergattern, die von einer Rumänin im ersten Stock vertrieben werden. Passgenaue Löcher ermöglichen das Aufstecken auf die beiden Wasserhähne und Vereinigung der beiden Wasserströme. Das sollte zumindest in der Küche für Abhilfe schaffen.

Zum anderen, der Teppichboden. Gipfel der Gemütlichkeit. Keine Wohnung kann ohne. Selbst der englische Pub bleibt nicht verschont. Dennoch möchte man meinen, dass der gesunde Menschenverstand der kuschelig-pelzigen Wonne letztendlich gewisse Grenzen aufzeigen sollte, etwa bei Bad und Toilette. Weit gefehlt. Kein Bedarf mehr für Badvorleger, wir haben ja Teppichboden. Immerhin ist die Badewanne selbst noch fusselfrei und die Wände muss man auch noch nicht staubsaugen. Mit leichtem Unbehagen sehe ich meiner eigenen Wohnungssuche im nächsten Jahr entgegen. Laminat und Fließen sind wohl mehr ein schöner Traum.

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