Now, unite us!
ruft der Economist Herrn Bush zu. Und recht hat er wohl, zumindest aus amerikanischer Sicht. Ich kann mich allerdings nicht dem Tenor anschliessen, der sagt: "Er hat uns die Suppe eingebrockt, er soll sie auch auslöffeln." - Denn dafür scheint mir zu viel auf dem Spiel zu stehen. Die Vereinten Nationen und die internationale Judikative beispielsweise sind bereits wackelig genug. Ein "preemtive stike"-"axis of evil"-"with us or with the terrorists"-Amerika rückt solche Visionen wieder in weitere Ferne. Wichtige Themen auf der UN Agenda, beispielsweise umweltpolitische oder humanitäre, werden weiter brach liegen, da der Fokus der Aufmerksamkeit auf den "war against terror" gelenkt wird. Als gäbe es sonst nichts zu tun. So gesehen bin ich vom Wahlausgang schon ein wenig frustriert. Immerhin gab es ein eindeutiges Ergebnis, das das Verlangen nach einem Ende des innerpolitischen Zerwürfnisses in den Staaten nun erfüllen sollte. Man mag hoffen, dass vor dem Hintergrund dieser vorläufigen Beruhigung in der amerikanischen Identitätskrise Mr. President mal die Bibel aus der Hand legt und dem gesunden Menschenverstand etwas mehr Raum gibt.

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